Programm

Zeitplan

Beginn Ende Programm
8.30 Registrierung öffnet
9.00 10.30 Workshops
10.30 11.15 Kaffeepause 1 & Poster
11.15 13.00 Hauptvorträge 1 & 2
13.00 14.00 Mittagspause
14.00 15.00 Spektrum Patholinguistik (3 Kurzvorträge)
15.00 15.45 Kaffeepause 2 & Poster
15.45 17.15 Hauptvorträge 3 & 4
17.15 17.30 Posterpreisverleihung & Verabschiedung

Am Freitag vor dem Herbsttreffen (13.11.) findet an der Humboldt-Universität zu Berlin der dbs-Arbeitnehmertag 2015 statt. Infos dazu finden Sie auf der dbs-Seite.

HauptreferentInnen

Prof. Dr. Sabine Corsten, Katholische Hochschule Mainz
Modell-orientierte Therapie phonologischer Störungen bei Aphasie

PD Dr. Thomas Günther, Universitätsklinikum der RWTH Aachen
Steigerung der Effektivität von phonologischer Therapie bei Kindern

Manfred Flöther, Niedersächsisches Landesamt für Soziales, Jugend und Familie
Entstehung und Diagnostik der AVWS

Anke Rott, Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte
AVWS-Therapie mit Kindern im Kindergartenalter

Spektrumsreferentinnen

Doreen Schöppe, HU Berlin
Effekte phonologischer Fördermaßnahmen bei mehrsprachigen Vorschulkindern

Antje Kösterke-Buchardt, Potsdam
Therapie der auditiven und phonologischen Informationsverarbeitung – Ein Fallbeispiel

Franziska Machleb, Universität Erfurt
Ein Methodenvergleich in der Sprachtherapie bei juvenilem und adultem Moya-Moya-Syndrom

Workshops

Klicken Sie auf den Workshop-Titel, um zu den Details zu gelangen.

Gesche Wattenberg & Christian Schoon, klarstellen Berlin
Klientenorientierte Gesprächsführung mit PatientInnen

Dr. Nicole Stadie, Universität Potsdam
PhoMoKids: Systematische Untersuchung phonologischer Fähigkeiten

Ilka Winterfeld & PD Dr. Katja Subellok, Dortmund
Schweigen braucht vernetzte Kommunikation - Transferarbeit in der Dortmunder Mutismus-Therapie [DortMuT]

Dr. Julia Klitsch, Berlin
Lauter Laute spielend erlauschen: Ein Workshop zur spielerischen Förderung der phonologischen Bewusstheit bei Schulkindern

Poster

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Patricia Purat, Prof. Harald A. Euler, PhD & Sarah Breitenstein, Universität Potsdam, Universität Bochum, PARLO Institut
Beeinflusst bei Kindern, die stottern, die Behandlung mit Fluency-Shaping die Komplexität der sprachlichen Äußerungen?

Dr. Christiane Wotschack, Dr. Annegret Klassert & Dr. Julia Festman, Universität Potsdam
Rapid Automatized Writing (RAW): Ein neuer Test zum Schreiberwerb

Linda Weiland, Jonka Netzebandt & Dr. Ulrike Frank, Universität Potsdam
Schluckstörungen bei HNO-Tumorpatienten: Eine Einzelfallstudie zur Dysphagietherapie mithilfe des sEMG-Biofeedbackverfahrens

Stefanie Düsterhöft, Dorothea Posse, Nathalie Topaj, Felix Golcher & PD Dr. Natalia Gagarina, ZAS & HU Berlin
Der Einfluss von Sprachfördermaßnahmen auf das Sprachverständnis bilingualer Kinder

Ksenia Bykova & Dr. Ulrike Frank, Universität Potsdam
Spielend Lernen: Anwendbarkeit des ‚Dysphagia Game’ zur Vermittlung von Wissen über Symptome, Folgen und den Umgang mit Dysphagie

Anna Loppnow, Jonka Netzebandt, Dr. Ulrike Frank & Prof. Maggie-Lee Huckabee, PhD, Universität Potsdam & University of Canterbury
Skill-Training in der Dysphagietherapie: Möglichkeiten eines patientenorientierten Vorgehens mittels sEMG-Biofeedback

Lisa Krusche, Jonka Netzebandt & Dr. Ulrike Frank, Universität Potsdam
SEE-DT: Screening für die Evaluation sEMG-gestützter Dysphagietherapie

Rebecca Schumacher, PD Dr. Frank Burchert & Prof. Dr. Irene Ablinger, Universität Potsdam & Fachhochschule für Gesundheit, Gera
Erworbene Dyslexien bei deutschsprachigen Patienten: Störungsortspezifische Diagnose im kognitiven Modell

Rahel Buttler, Luis Frank & Dr. Nicole Stadie, Universität Potsdam
Studium trifft Praxis: Evidenzbasierung bei der Behandlung von erworbenen Sprachstörungen im externen Praktikum

Maja Stegenwallner-Schütz, Romy Lassotta, Lisa Ferchland & Prof. Dr. Flavia Adani, Universität Potsdam
Numerus erleichtert das Verständnis nicht-kanonischer Sätze: Linguistische Theorie, psycholinguistische Evidenzen und Ableitungen für die Praxis

Informationen zu den Workshops

Klientenorientierte Gesprächsführung mit PatientInnen

  • Freie Plätze: ausgebucht (Warteliste)
  • ReferentInnen: Gesche Wattenberg & Christian Schoon (klarstellen Berlin)
  • Beschreibung:
    • Wie gelingt es mir die Therapiemotivation meiner PatientInnen zu fördern?
    • Wie gehe ich mit starken Emotionen meiner PatientInnen um?
    • Wie kann ich mit Konflikten in der Therapie umgehen?
    Die Kommunikation mit PatientInnen und deren Angehörigen ist in der Arbeit als SprachtherapeutIn von großer Bedeutung für den Therapieerfolg. Besonders im klinischen Alltag sind TherapeutInnen mit Frustration und Ängsten der Betroffenen und Angehörigen konfrontiert. Eine empathische und klientenorientierte Kommunikation kann die Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit bieten und hilft auch in Konfliktsituationen im Gespräch zu bleiben.
    In dem Workshop „Klientenorientierte Gesprächsführung mit PatientInnen“ werden wir mit Ihnen erarbeiten, wie “Klientenorientierte Gesprächsführung” in der Arbeit als Sprachtherapeutin genutzt werden kann. Sie bekommen einen kurzen Einblick in die Theorien von Friedemann Schulz von Thun (Kommunikationspsychologie) und Carl Rogers (Klientenorientierte Gesprächsführung). Mittels kurzer Übungen werden Sie die eigene Kommunikation reflektieren und neue Ideen entwickeln können.
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PhoMoKids: Systematische Untersuchung phonologischer Fähigkeiten

  • Freie Plätze: ausgebucht (Warteliste)
  • Referentin: Dr. Nicole Stadie (Universität Potsdam)
  • Beschreibung: PhoMoKids (2014) ermöglicht eine detaillierte Diagnostik phonologischer Fähigkeiten bei Kindern. Es werden Grundlagen und praktische Vorgehensweisen für einen flexiblen Umgang mit PhoMoKids vermittelt. So kann eine spezifische Therapie abgeleitet werden.
    Hintergrund: Kinder mit SSES sowie mit Lesebeeinträchtigungen zeigen häufig auch Schwächen bei der phonologischen Verarbeitung, die sehr heterogen ausgeprägt sein können. Für die Prüfung phonologischer Fähigkeiten ist deshalb eine Diagnostik erforderlich, die auf einzelne Teilleistungen bei der Bearbeitung phonologischer Information abzielt. Die somit gewonnenen Befunde bilden die Grundlage für die Therapieableitung.
    Es wird der theoretische Hintergrund zu PhoMoKids (2014), vorgestellt und gezeigt, wie zugrunde liegende Störungsursachen in der Beeinträchtigung einzelner Teilleistungen (z.B. Diskriminieren, Nachsprechen) und kognitiv-sprachlicher Funktionen (z.B. auditive Analyse, phonologisches Input-Lexikon) ermittelt und interpretiert werden können. Diese Befunde bilden die Basis für die eine Therapieableitung.
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Schweigen braucht vernetzte Kommunikation - Transferarbeit in der Dortmunder Mutismus-Therapie [DortMuT]

  • Freie Plätze: ausgebucht (Warteliste)
  • Referentinnen: Ilka Winterfeld & PD Dr. Katja Subellok (Technische Universität Dortmund, Sprachtherapeutisches Ambulatorium, Dortmund)
  • Beschreibung: Selektiver Mutismus als mehrdimensionales systemisches Phänomen erschwert die soziale Partizipation betroffener Kinder in vielen Lebensbereichen. Dieser Komplexität müssen therapeutische Konzeptionen gerecht werden. Dyadische Settings in der Initialphase der Therapie schaffen eine vertrauensvolle Beziehung zum schweigenden Kind, das darüber mit der Therapeutin ins Sprechen finden wird. Doch die Sprecherfolge müssen auf andere (Bildungs-)Kontexte übertragen werden, um darüber auch nachhaltig gesichert zu sein. Diese Transferarbeit ist in den meisten Fällen der langwierigste Teil des therapeutischen Prozesses.
    Die Dortmunder-Mutismus-Therapie (DortMuT) sieht in der Transferarbeit zwei sich ergänzende Vorgehensweisen vor. Zum einen ist es (1) die Arbeit mit dem Kind selbst. Kleinste Sprech- und Transferaufgaben werden sorgfältig entlang der kindlichen Motivation und Ressourcen abgestimmt, geplant, durchgeführt und evaluiert. Es wird diese Transferschritte dann umso erfolgreicher bewältigen können, wenn sein Umfeld grundsätzlich gut über Mutismus und zeitparallel über anstehende Sprechaufgaben orientiert ist. Deshalb ist zum anderen (2) eine engmaschige Zusammenarbeit der involvierten Personen unerlässlich. Idealerweise wird es gelingen, dass die relevanten kindlichen Lebenssysteme (Familie, Kindergarten/Schule, Freunde, Fachpersonen) miteinander kommunizieren, um dem Schweigen gemeinsam etwas entgegenzusetzen und es gleichzeitig aufzufangen.
    Im Workshop werden die Grundzüge von DortMuT skizziert sowie Vorgehensweisen und Materialien für die vernetzende Transferarbeit im Vorschul- und Grundschulalter vorgestellt. Eine Veranschaulichung erfolgt über Videobeispiele aus dem Dortmunder Mutismus Zentrum (DortMuZ) im Sprachtherapeutischen Ambulatorium.
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Lauter Laute spielend erlauschen: Ein Workshop zur spielerischen Förderung der phonologischen Bewusstheit bei Schulkindern

  • Freie Plätze: ausgebucht
  • Referentin: Dr. Julia Klitsch (Duden Institut für Lerntherapie Berlin-Mitte)
  • Beschreibung: Um den Einstieg in die Rechtschreibung erfolgreich bewältigen zu können, müssen die Kinder den Lautstrom eines Wortes entschlüsseln und die wahrgenommenen Phoneme mit den entsprechenden, sprachspezifischen Graphemen wiedergeben können. Für Kinder mit Schwierigkeiten bei der Gliederung der gesprochenen Sprache bzw. mit Schwierigkeiten in der Lautanalyse, Lautdifferenzierung und Lautidentifikation stellt die Etablierung sicherer Phonem-Graphem-Korrespondenzen vielfach eine besondere Herausforderung dar, die einen erfolgreichen Schriftspracherwerb maßgeblich erschweren können.
    Nach einer kurzen theoretischen Einleitung soll es in diesem Workshop daher darum gehen, wie insbesondere die Silbengliederung und die Lautdifferenzierung spielerisch geübt werden können. Vorgestellt werden im Handel erhältliche und bei vielen Kindern beliebte Spiele, die basierend auf Erfahrungen aus der integrativen Lerntherapie abgewandelt wurden, um die phonologischen Lernvoraussetzungen von (Schul-)Kindern zu fördern. Alle Spiele können leicht mit den Kindern selbst gestaltet und auf deren individuelle Bedürfnisse und Interessen abgestimmt werden.
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Informationen zu den Spektrumsvorträgen

Effekte phonologischer Fördermaßnahmen bei mehrsprachigen Vorschulkindern

Doreen Schöppe (HU Berlin)
Die phonologische Bewusstheit gilt als zentrale Vorläuferfähigkeit für den Erwerb des Lesens und Schreibens. Der positive Einfluss phonologischer Fördermaßnahmen im Kindergarten auf den schulischen Schriftspracherwerb wurde in nationalen und internationalen Evaluationsstudien bereits mehrfach belegt. Im Vortrag wird der Frage nachgegangen, inwiefern Fördereffekte auch bei Kindern mit Deutsch als Zweitsprache nachweisbar sind.

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Therapie der auditiven und phonologischen Informationsverarbeitung – Ein Fallbeispiel

Antje Kösterke-Buchardt (Potsdam)
Die Störung der auditiven und der phonologischen Informationsverarbeitung sind im Praxisalltag oft gemeinsam zu beobachten. Im Vortrag sollen an einem Fallbeispiel Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie beide Störungsbilder miteinander kombiniert therapiert werden können und der Bezug zum Schriftspracherwerb hergestellt werden kann.

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Ein Methodenvergleich in der Sprachtherapie bei juvenilem und adultem Moya-Moya-Syndrom

Franziska Machleb (Universität Erfurt)
In dem Vortrag werden die Ergebnisse einer Therapiestudie unter der Verwendung fehlerfreier und fehlerbehafteter Lernmethoden zur Verbesserung des Wortabrufs bei zwei Patienten mit Moya-Moya-Syndrom präsentiert. Diese cerebro-vaskuläre Erkrankung ist sehr selten und hinsichtlich der sprachlichen Rehabilitation wenig erforscht. Vor dem Hintergrund verschiedener Ausprägungen des Syndroms wird die Wirksamkeit der Methoden diskutiert.

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Informationen zu den Postern

Beeinflusst bei Kindern, die stottern, die Behandlung mit Fluency-Shaping die Komplexität der sprachlichen Äußerungen?

Patricia Purat, Prof. Harald A. Euler, PhD, Sarah Breitenstein (Universität Potsdam, Universität Bochum, PARLO Institut)
In der Arbeit wurde untersucht, ob die Behandlung mit Fluency-Shaping nach dem Ansatz der Kasseler Stottertherapie einen Einfluss auf die Komplexität der sprachlichen Äußerungen bei stotternden Kindern zwischen 6 und 9 Jahren ausübt. Sprachliche Komplexität wurde durch die abhängigen Variablen durchschnittliche Äußerungslänge (MLU) und Nebensatzdichte operationalisiert, zu 3 Messzeitpunkten (vor, direkt nach und 1 Monat nach Intervention) ermittelt und die Daten wurden statistisch analysiert. Die Arbeit will somit einen Beitrag zum Nachweis der Therapieeffektivität der Kasseler Stottertherapie leisten.

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Rapid Automatized Writing (RAW): Ein neuer Test zum Schreiberwerb

Dr. Christiane Wotschack, Dr. Annegret Klassert & Dr. Julia Festman (Universität Potsdam)
Die Konstruktion und Evaluation eines neu entwickelten Schnellschreibtests (RAW) werden dargestellt. Dieser misst die Geschwindigkeit beim Abruf graphematischer Information. An einer größeren Stichprobe von Drittklässern (n=167) konnte gezeigt werden, dass RAW signifikant zur Varianzaufklärung von Schreibleistungen zusätzlich zur phonologischen Bewusstheit und RAN beiträgt.

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Schluckstörungen bei HNO-Tumorpatienten: Eine Einzelfallstudie zur Dysphagietherapie mithilfe des sEMG-Biofeedbackverfahrens

Linda Weiland, Jonka Netzebandt & Dr. Ulrike Frank (Universität Potsdam)
In einer Einzelfallstudie wurden therapiespezifische Effekte einer sEMG-Biofeedback gestützten Dysphagietherapie bei einer Patientin nach operativer, chemotherapeutischer und radiologischer Behandlung eines HNO-Tumors untersucht. Die Therapie erfolgte in zwei Untersuchungsbedingungen (normales Schlucken und kräftiges Schlucken) in Anlehung an ein modifiziertes Behandlungsprotokoll nach Steele et al. (2012). Primäre Messparameter waren die maximale Schluckkraft und die Bewegungsamplitude (Differenz zwischen maximaler Kraft und Ruheaktivierung). Nach dreiwöchiger Behandlung zeigte sich eine therapiespezifische Verbesserung der maximalen Schluckkraft und der Bewegungsamplitude sowie eine Generalisierung auf ungeübte Konsistenzen und funktionelle Fähigkeiten.

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Der Einfluss von Sprachfördermaßnahmen auf das Sprachverständnis bilingualer Kinder – Eine Studie des Berliner Interdisziplinären Verbundes für Mehrsprachigkeit (BIVEM)

Stefanie Düsterhöft, Dorothea Posse, Nathalie Topaj, Felix Golcher & PD Dr. Natalia Gagarina (ZAS & HU Berlin)
Das Poster präsentiert einen Ausschnitt der Ergebnisse des BIVEM-Projekts zur Wirksamkeit von Sprachfördermaßnahmen bei jüngeren türkisch-deutsch und russisch-deutsch bilingualen Kindern. Das Ziel dieser Teiluntersuchung war es zu überprüfen, ob sich die lexikalischen Leistungen im Sprachverständnis der Kinder zwischen der alltagsintegrierten (erzieherzentrierten) Maßnahmengruppe, der additiven (kinderzentrierten) Maßnahmengruppe sowie der Kontrollgruppe unterscheiden.

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Spielend Lernen: Anwendbarkeit des ‚Dysphagia Game’ zur Vermittlung von Wissen über Symptome, Folgen und den Umgang mit Dysphagie

Ksenia Bykova & Dr. Ulrike Frank (Universität Potsdam)
In dieser Pilotstudie wurde untersucht, ob Basiswissen über Dysphagie durch die englische Version des ‚Dysphagia Game’ (DG) effektiver vermittelt werden kann, als durch das Lesen eines Informationstextes gleichen Inhalts. An der Studie nahmen acht Studierende der Universität Potsdam mit guten Englischkenntissen und ohne Vorwissen über Dysphagie teil. Der Wissensstand zum Thema Dysphagie wurde in zwei Baselinemessungen anhand von fünf Kontrollfragen aus dem DG überprüft. In der Lernphase spielten vier Studierende das DG über eine Woche täglich mind. 30 Minuten, die anderen vier Studierenden lasen an zwei Terminen eine von zwei Textversionen, deren Inhalt analog zu den Informationen des DG war. Nach der Lernphase zeigte die Spielergruppe einen deutlich höheren Lernzuwachs als die Lesergruppe.

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Skill-Training in der Dysphagietherapie: Möglichkeiten eines patientenorientierten Vorgehens mittels sEMG-Biofeedback

Anna Loppnow, Jonka Netzebandt, Dr. Ulrike Frank (Universität Potsdam) & Prof. Maggie-Lee Huckabee, PhD (University of Canterbury)
Es wurde ein patientenorientiertes Therapieprotokoll entwickelt, mithilfe dessen ein Effektivitätsnachweis für die sEMG-Biofeedback gestützte Schlucktherapie mit einem neurologischen Patienten in der chronischen Phase erbracht werden sollte. In einem dreiwöchigen funktionsorientierten geschicklichkeitsbasierten Training gelang dem Patienten eine Verbesserung hinsichtlich der Initiierung und Hemmung von Schluckereignissen, sowie eine aufgabenspezifische Anpassung der Muskelkontraktion der suprahyoidalen Muskuatur. Darüber hinaus beschrieb der Patient eine subjektiv wahrgenommene Steigerung der Lebensqualität bezogen auf den Schluckvorgang. Der Einsatz von sEMG-Biofeedback erwies sich somit als effektiv unterstützende Behandlungsmethode für den Patienten.

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SEE-DT: Screening für die Evaluation sEMG-gestützter Dysphagietherapie – Entwicklung und Untersuchung der Retest-Reliabilität

Lisa Krusche, Jonka Netzebandt & Dr. Ulrike Frank (Universität Potsdam)
Um ein qualitativ hochwertiges und durchführbares Screening in der Eingangsuntersuchung und zur Evaluation von sEMG Biofeedback gestützter Therapie zu haben, wurde im Rahmen einer Bachelorarbeit ein Bogen entwickelt. Das Screening wurde anhand von 20 gesunden Probanden im Alter von 20-40 Jahren an zwei Terminen auf Durchführbarkeit untersucht, sowie die Retest Reliabilität berechnet. Die Ergebnisse deuten auf eine Stabilität der gemessenen Werte hin. Es konnte eine hohe intraindividuelle Varianz beobachtet werden.

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Erworbene Dyslexien bei deutschsprachigen Patienten: Störungsortspezifische Diagnose im kognitiven Modell

Rebecca Schumacher, PD Dr. Frank Burchert & Prof. Dr. Irene Ablinger (Universität Potsdam & Fachhochschule für Gesundheit, Gera)
Die hier vorgestellte Arbeit beschäftigt sich mit erworbenen Dyslexien und ihrer Einteilung in einem kognitiven Lesemodell. Es werden eine Erweiterung des Logogen-Modells (Morton, 1969) hinsichtlich der prä-lexikalischen, graphematischen Analyse und der segmentalen Leseroute (Graphem-Phonem-Konversion) sowie die Einbeziehung monomorphematischen und polymorphematischen Wortmaterials vorgestellt. Anschließend werden entsprechende Tests zur Überprüfung verschiedener Teilfähigkeiten beim Lesen vorgeschlagen. Diese Tests sollen ein Diagnose-Tool ergeben, mit welchem eine störungsortspezifische Diagnose von Patienten mit Dyslexien im klinischen Alltag möglich wird.

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Studium trifft Praxis: Evidenzbasierung bei der Behandlung von erworbenen Sprachstörungen im externen Praktikum

Rahel Buttler, Luis Frank & Dr. Nicole Stadie (Universität Potsdam)
In dieser Arbeit werden Informationen zur Therapiedurchführung und Evaluation vorgestellt, die Studierende des Studiengangs BSc Patholinguistik für mindestens einen Probanden mit erworbenen Sprachstörungen in den Jahren 2014 und 2015 aus dem externen Praktikum erbracht haben. Es wird ein Überblick darüber gegeben, wie das an der Universität Potsdam erlernte Wissen über evidenzbasierte Therapie erfolgreich in die Praxis umgesetzt wurde und die sprachlichen bzw. sprechmotorischen Veränderungen für die Probanden objektiv ermittelt wurden.

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Numerus erleichtert das Verständnis nicht-kanonischer Sätze: Linguistische Theorie, psycholinguistische Evidenzen und Ableitungen für die Praxis

Maja Stegenwallner-Schütz, Romy Lassotta, Lisa Ferchland & Prof. Dr. Flavia Adani (Universität Potsdam)
Das korrekte Verständnis nicht-kanonischer Sätze, wie z.B. Objektrelativsätze oder Objekt-Verb-Subjekt-Abfolgen, wird generell erst spät erworben und fällt Kindern mit SSES besonders schwer. Wir zeigen in zwei Studien, dass ein unterschiedlicher Numerus der Subjekt- und Objektkonstituenten (z.B. Pluralsubjekt und Singularobjekt) das Verständnis dieser Sätze im unauffälligen Spracherwerb und auch für Kinder mit einer SSES erleichtern kann. Dazu diskutieren wir Ableitungen für die Sprachtherapie.

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